Leben und Wirken von Ellen G. White

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Kapitel 11: Begegnung mit Fanatismus

Als ich nach Portland zurückkehrte, sah ich vermehrte Beweise von den verheerenden Folgen des Fanatismus. Einige schienen zu denken, dass die Religion in großer Aufregung und großem Geräusch bestehe. Sie redeten in einer Weise, welche die Ungläubigen ärgerte, und ihr Einfluss erzeugte Hass gegen sie und die Lehren, die sie verkündigten. Dann freuten sie sich, dass sie Verfolgung erlitten. Ungläubige konnten keinen Konsequenz in einer solchen Handlungsweise sehen. Die Brüder an einigen Plätzen wurden an ihrem Zusammenkommen zur Abhaltung von Versammlungen gehindert. Die Unschuldigen litten mit den Schuldigen. LW 94.1

Ich trug die meiste Zeit ein trauriges und schweres Herz mit mir herum. Es schien so grausam, dass das Werk Christi durch die Handlungsweise dieser unbedachten Männer geschädigt werden sollte. Sie stürzten nicht nur ihre eigenen Seelen ins Verderben, sondern brachten dem Werke einen Schandfleck bei, der nicht leicht entfernt werden konnte. Und der Teufel hatte es gern so. Es gefiel ihm wohl, die Wahrheit von ungeheiligten Personen gehandhabt zu sehen, und dass sie mit Irrtum vermischt und dann alles zusammen in den Staub getreten wurde. Triumphierend schaute er auf den verwirrten, zerstreuten Zustand der Kinder Gottes. LW 94.2

Wir erzitterten für die Gemeinden, die diesem Geiste des Fanatismus anheimfallen sollten. Mein Herz schmerzte um das Volk Gottes. Mussten sie getäuscht und von diesem falschen Enthusiasmus verführt werden? Ich verkündigte getreulich die Warnungen, die mir vom Herrn gegeben worden waren; aber sie schienen wenig Wirkung zu haben, ausgenommen dass sie diese Personen, die so extreme Ansichten hatten, äußerst eifersüchtig auf mich machten. LW 94.3