Auf den Spuren des großen Arztes

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Hilfe in jeder Prüfung

Wir leben in einer Welt voller Leiden. Schwierigkeiten, Versuchungen und Kummer erwarten uns auf unserem Weg zur himmlischen Heimat. Doch es gibt viele, die sich die Lasten des Lebens doppelt schwer machen, indem sie dauernd Probleme voraussehen. Wenn sie Schwierigkeiten oder Enttäuschungen erleben, meinen sie, nun werde alles mißlingen, sie hätten das härteste Los von allen und müßten nun untergehen. Auf diese Weise vermiesen sie sich und anderen das Leben. Alles, was sie tun sollen, wird ihnen zur Last. Aber so muß es nicht sein. SGA 200.4

Eine entschiedene Anstrengung ist nötig, um die Grundausrichtung ihrer Gedanken zu ändern. Aber diese Änderung kann gelingen. Ihr Glück, sowohl für dieses Leben als auch für das künftige, hängt davon ab, daß sie sich in ihren Gedanken mit erfreulichen Dingen beschäftigen. Laßt sie von dem düsteren Bild, das sie selbst gezeichnet haben, wegblicken auf die Wohltaten, die Gott auf ihren Lebensweg gestreut hat, und außerdem auf das Unsichtbare und Ewige. SGA 201.1

Für jede Prüfung hat Gott Hilfe vorgesehen. Als das Volk Israel in der Wüste zu den bitteren Wassern von Mara kam, rief Mose zum Herrn. Gott gab ihnen nicht irgendein Wundermittel; vielmehr machte er sie auf etwas aufmerksam, das schon da war: ein Strauch, also ein Teil seiner Schöpfung, mußte in die Quelle geworfen werden, um das bittere Wasser rein und süß zu machen. Als das geschehen war, trank das Volk von dem Wasser und wurde erquickt. In jeder Prüfung will uns Christus helfen, wenn wir uns bittend an ihn wenden. Unsere Augen werden geöffnet werden, um die Verheißungen der Hilfe zu erkennen, die uns in Gottes Wort gegeben sind. Der Heilige Geist wird uns lehren, wie wir all den Segen gebrauchen sollen, der ein wirksames Gegenmittel gegen jeden Kummer darstellt. Für jede Bitterkeit, die das Leben mit sich bringt, werden wir einen heilsamen Strauch finden. SGA 201.2

Die Zukunft mit ihren großen Problemen und unbefriedigenden Aussichten soll unsere Herzen nicht zaghaft, unsere Knie nicht zitternd und unsere Hände nicht untätig machen. “Laßt sie Zuflucht bei mir suchen”, sagt der Allmächtige, “damit sie Frieden mit mir machen, ja, sie sollen mit mir Frieden machen.” Jesaja 27,5. Wer sein Leben Gottes Führung und dem Dienst für ihn übergibt, wird niemals in eine Situation geraten, für die Gott nicht vorgesorgt hätte. Ganz gleich, wie unsere Lage auch sein mag, wenn wir Täter seines Wortes sind, haben wir einen Führer, der uns den Weg weist; worüber auch immer wir ratlos sind — wir haben einen zuverlässigen Ratgeber; worunter wir auch leiden, sei es ein Trauerfall oder Einsamkeit — wir haben einen mitfühlenden Freund. SGA 201.3

Wenn wir in unserer Unwissenheit Fehler machen, verläßt uns der Heiland nicht. Wir brauchen uns niemals allein zu fühlen; Engel begleiten uns. Der Tröster, von dem Christus verheißen hat, er werde ihn in seinem Namen senden, bleibt bei uns. Auf dem Weg, der zur Stadt Gottes führt, liegen keine Schwierigkeiten, die jene, die auf Gott vertrauen, nicht überwinden könnten. Es gibt keine Gefahren, denen sie nicht entrinnen könnten, keinen Kummer, keine Klage und keine menschliche Schwäche, gegen die Gott keine Hilfe vorgesehen hätte. SGA 202.1

Niemand braucht sich der Entmutigung und Verzweiflung zu überlassen. Satan tritt womöglich mit folgender grausamen Einflüsterung an dich heran: “Dein Fall ist hoffnungslos; du kannst nicht mehr erlöst werden.” Aber in Christus gibt es Hoffnung für dich. Gott fordert von uns nicht, aus eigener Kraft zu überwinden; vielmehr bittet er uns, nahe an seiner Seite zu gehen. Mit welchen Schwierigkeiten wir uns auch herumquälen, die Seele und Körper niederdrücken — Gott ist bereit, uns davon zu befreien. SGA 202.2

Weil er das Menschsein selbst auf sich genommen hat, weiß er mit den Leiden dieses Daseins mitzufühlen. Christus kennt nicht nur jede Seele und die ihr eigenen Bedürfnisse und Prüfungen, sondern auch alle Umstände, die den Geist verwunden und verwirren. Seine Hand ist in großer Einfühlsamkeit nach jedem leidenden Gotteskind ausgestreckt. Die am meisten leiden, erhalten auch die größte “Portion” seines Mitgefühls. Er wird bewegt durch das Mitempfinden unserer Schwächen, und er will, daß wir unsere Ratlosigkeiten und Schwierigkeiten ihm zu Füßen legen und sie dort zurücklassen. SGA 202.3

Es ist nicht klug, auf uns selbst zu sehen und unsere Empfindungen zu analysieren. Wenn wir das tun, wird uns der Feind Schwierigkeiten und Versuchungen schicken, die unseren Glauben schwächen und unseren Lebensmut zerstören. Unseren Gefühlen ausgiebig nachzugrübeln und ihnen nachzugeben bedeutet, Zweifel zu nähren und uns zu verwirren. Wir sollen von uns weg auf Jesus sehen. SGA 202.4

Wenn dich Versuchungen bestürmen, wenn Sorge, Ratlosigkeit und Dunkelheit deine Seele einzunehmen scheinen, dann blicke zu dem Ort, wo du zuletzt das Licht gesehen hast. Ruhe in der Liebe Christi und unter seiner schützenden Fürsorge aus. Wenn Sünde in deinem Herzen um die Herrschaft kämpft, wenn Schuld die Seele bedrückt und das Gewissen belädt, wenn Unglaube den Geist vernebelt, dann erinnere dich daran, daß Christi Gnade ausreicht, die Sünde zu besiegen und die Dunkelheit zu verbannen. Indem wir in Gemeinschaft mit dem Heiland treten, betreten wir die Region des Seelenfriedens. SGA 203.1