Für die Gemeinde geschrieben — Band 1

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Einheit in Vielfalt

An einem Baum in seiner Vielfalt gleichen sich kaum zwei Blätter. Doch diese Vielfalt trägt zur Vollkommenheit des Baumes als Ganzes bei. FG1 21.2

Bei unserer Bibel könnten wir fragen: Warum müssen Matthäus, Markus, Lukas und Johannes in den Evangelien, warum müssen die Apostelgeschichte und die unterschiedlichen Schreiber der neutestamentlichen Briefe über dieselbe Sache schreiben? FG1 21.3

Der Herr gab sein Wort genauso, wie es zu uns kommen sollte. Er gab es durch unterschiedliche Schreiber, von denen jeder seine eigene Persönlichkeit hatte. Alle aber schrieben über dasselbe Geschehen. Ihre Zeugnisse wurden in einem Buch gesammelt. Sie sind wie die Aussagen von Menschen, die gesellig beisammen sind. Jeder hat seine eigene Erfahrung, und diese Unterschiedlichkeit erweitert und vertieft die Kenntnis, die notwendig ist, um dem unterschiedlichen Verständnis der Menschen gerecht zu werden. Die zum Ausdruck gebrachten Gedanken sind nicht so uniform, als ob sie in derselben Form gegossen worden wären, was selbst das Anhören monoton macht. Solche Uniformität käme einem Mangel an Gnade und Schönheit gleich ... FG1 21.4

Der Urheber aller Vorstellungen kann unterschiedlichen Menschen denselben Gedanken mitteilen, und jeder wird ihn in einer anderen Weise wiedergeben, ohne daß dadurch Widersprüche entstehen. Diese Tatsache sollte uns nicht beunruhigen oder verwirren. Es kommt selten vor, daß zwei Menschen die Wahrheit in derselben Weise sehen und ausdrücken. Jeder setzt eigene Schwerpunkte, die ihm aufgrund seiner Art und Bildung wertvoll sind. Das Sonnenlicht gibt ja auch den unterschiedlichen Dingen eine unterschiedliche Färbung. FG1 21.5

Durch den Heiligen Geist teilte der Herr seinen Aposteln die Wahrheit mit, die sie entsprechend ihrer inneren Entwicklung durch den Heiligen Geist formulieren sollten. Aber der menschliche Geist ist dabei nicht eingezwängt, als ob er in einer einheitlichen Schablone geformt wäre. Brief 53, 1900. FG1 22.1