Für die Gemeinde geschrieben — Band 2

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Die Folgen arglistiger Wühlarbeit

Jeder Gläubige sollte sich Gedanken darüber machen, in welcher Atmosphäre er lebt. Die Gefahr ist groß, dem Feind der Gerechtigkeit innerlich Türen zu öffnen, ohne es zu wollen und zu wissen. Unsere Aufgabe ist es aber, in enger Verbindung mit Christus, andere in der Wahrheit zu festigen. FG2 71.2

Satan freut sich über nichts mehr, als wenn das Vertrauen zwischen Gläubigen durch Zwietracht und Streit zerstört wird. Das erreicht er am leichtesten durch Menschen, die zwar vorgeben, Jünger Jesu zu sein, dem Herrn aber nicht wirklich nachfolgen — und die auch nicht mit ihm zusammenarbeiten. Wer sich innerlich von dem Auftrag, suchende Menschen durch die letzte Gnadenbotschaft zum Glauben zu rufen, abwendet, wird für Satan zum brauchbaren Werkzeug. Besonders schlimm ist es, wenn jemand eigennützig seinen missionarischen Dienst dazu mißbraucht, Mißtrauen und Verdächtigungen auszustreuen. Solche Saat geht schnell auf und untergräbt die Arbeit der Diener Gottes. Bedingt durch Vorurteile und Mißtrauen trifft Gottes Wort dann bei vielen auf verschlossene Herzen. Sie wollen diese Botschaft weder hören noch danach handeln. Keine Macht im Himmel und auf Erden kann bei solchen Menschen noch Zugang finden. FG2 71.3

Wer trägt am Ende dafür die Verantwortung? Wer soll die tiefsitzende Verbitterung beseitigen, die unfähig macht, Gottes Weisungen anzunehmen? Mitunter haben Geschwister diese üble Saat ohne böse Absicht ausgestreut. Dennoch sind die Folgen schlimm, weil Menschen innerlich in Bedrängnis gebracht worden sind. Der Mund, der zum Glauben rufen und Vertrauen zu den Mitarbeitern im Werk Gottes bewirken sollte, hat Menschen von Jesus und der Gemeinde abgebracht. Leute, die Jesu Stimme selbst nicht hören wollen, weil sie sich dann bekehren müßten, haben noch das Leben anderer durch negatives Reden und böswillige Unterstellungen vergiftet. FG2 71.4

Wer seine ganze Kraft dafür einsetzen will, sich auf das Kommen des Herrn vorzubereiten, hat keine Zeit dafür, Klatsch zu verbreiten und Zwietracht zu säen. Warum sollten ausgerechnet wir die Arbeit des Teufels tun, indem wir uns abschätzig über Glaubensgeschwister oder das Werk Gottes äußern und damit den Glauben anderer ins Wanken bringen. Gott wird eines Tages nicht nur das beurteilen, was wir gesagt oder getan haben, sondern auch offenlegen, welche Folgen sich daraus ergeben haben. “An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen”, sagt der Herr. Die Saat, die wir jetzt ausstreuen, bestimmt die Art der Ernte, die heranwächst. Manuskript 32a, 1896. FG2 71.5