Für die Gemeinde geschrieben — Band 2

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Angemessenes Verhalten

Nachdem die im Jahre 1844 erwartete Wiederkunft Christi ausgeblieben war, machten sich in den Reihen der Adventisten Resignation auf der einen und Fanatismus auf der anderen Seite breit. Gott gab warnende Botschaften, um diesen Übeln begegnen zu können. In einigen Fällen ging es um den allzu vertrauten Umgang zwischen den Geschlechtern. Ich mußte diesen Gläubigen Gottes heilige Ordnung in Erinnerung bringen, die nicht nur einen unbefangenen, sondern vor allem einen korrekten und sauberen Umgang miteinander verlangt. Mehrfach mußte ich Männer und Frauen tadeln, die von sich behaupteten, in enger Beziehung zu Gott zu stehen, deren Gedanken aber gleichzeitig fragwürdige und unsaubere Wege gingen. Der Erfolg meiner Bemühungen war gering, denn Gottes Weisungen gerade auf diesem Gebiet wurden abgelehnt und verächtlich gemacht ... FG2 29.5

Solche Gefahren gab es natürlich nicht nur in der Vergangenheit. Gerade Menschen, die Gottes Botschaft zu tragen haben, sind ständig starken Versuchungen ausgesetzt, die sie vom Weg der Wahrheit abbringen und ihren Glauben unwirksam machen möchten ... FG2 30.1

Wer im Dienst für Christus steht, muß in den zwischenmenschlichen Beziehungen alles unterlassen, was ihn in Versuchung führen könnte. Unser Wirken soll Gott ehren und mit seinem Willen übereinstimmen. Mancher vorgebliche Verkündiger des Evangeliums hat die göttliche Wahrheit mit seinen eigenen Vorstellungen vermischt. Aber Maßstab kann nicht das sein, was Menschen denken, sondern wir haben uns an dem zu orientieren, der die Wahrheit ist: Jesus Christus. Wenn wir an ihn glauben und ihn im Herzen haben, werden wir uns nicht zu zweifelhaften und ungeheiligten Handlungen hinreißen lassen. Wenn jemand von sich behauptet, er predige die Wahrheit, aber in der Gegenwart unverheirateter oder verheirateter junger Frauen einen gar zu vertraulichen Ton anschlägt oder sie gar berührt, dann nehmt euch vor ihm in acht. Geht davon aus, daß Gottes Grundsätze sein Inneres kaum berührt haben. Solche Menschen können nicht wirklich für Christus arbeiten, weil ihnen die echte Hingabe fehlt. Bevor der Herr sie gebrauchen kann, müssen sie sich grundlegend bekehren. FG2 30.2

Wahrheit, die von Gott kommt, läßt uns den gebührenden Abstand halten, heiligt unsere Beziehungen und reinigt unser Denken und Tun. Sie zielt hin auf ein ungetrübtes Verhältnis zu Christus und hilft uns, selbst den “Anschein des Bösen” zu vermeiden — wie es der Apostel Paulus von den Gläubigen forderte. The Review and Herald, 10. November 1885. FG2 30.3