Für die Gemeinde geschrieben — Band 2

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Keine Entschuldigung für schwindende Selbstzucht

Ich weiß von Leuten, die seit langem im Glauben stehen und früher mit Schwierigkeiten aller Art fertig geworden sind, daß sie mit zunehmendem Alter eher dazu neigen, dem Druck der Versuchung nachzugeben. Was hat das zu bedeuten? Meint Ihr etwa, daß Jesus aufgehört hat, Euer Heiland zu sein? Denkt Ihr, daß graue Haare und ein fortgeschrittenes Alter Euch dazu berechtigen, ungeheiligten Verhaltensweisen freien Lauf zu lassen? Denkt darüber nach und nutzt auch in dieser Hinsicht Euren Verstand, wie Ihr das ja bei den zeitlichen Dingen ganz selbstverständlich tut. Übt Selbstverleugnung und laßt den Dienst für Gott weiterhin die erste Stelle in Eurem Leben einnehmen. Laßt Euch durch nichts den Frieden mit Gott rauben. Strebt im Gegenteil nach geistlichem Wachstum, das zunehmend mehr in einem geheiligten Leben sichtbar wird. FG2 224.1

Christus ist die Leiter, die Jakob damals im Traum sah. Er verbindet die Erde mit dem Himmel, und auf ihm mußt Du gleichsam wie auf einer Leiter Sprosse für Sprosse nach oben steigen, bis Du am Ziel angekommen bist. Es darf einfach nicht sein, daß wir der menschlichen Natur Zugeständnisse machen und uns am Ende immer mehr dem angleichen, was Satan will. Gottes Wort sagt eindeutig, welches Vorrecht der Herr seinen Nachfolgern eingeräumt hat: “Daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, daß Christus in Euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid. So könnt ihr mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle.” Epheser 3,16-19. The Review and Herald, 1. Oktober 1889. FG2 224.2